Millionen Handytarife bald unbrauchbar: Das 3G-Netz steht vor dem Aus – was das für Kunden bedeutet

Die Versteigerung der UMTS-Lizenzen im Jahr 2000 läutete die Ära der mobilen Internetnutzung ein und ebnete den Smartphones den Weg in den Mainstream. Wenngleich diese erst mit der Einführung des ersten Apple-iPhones 2007 wirklich Fahrt aufnahmen, kam bereits 2004 mit dem Nokia 7600 ein Handy auf den hiesigen Markt, dass die für die damaligen Verhältnisse rasanten Internetgeschwindigkeiten im 3G-Netz beherrschte.

Knapp 100 Milliarden Deutsche Mark bezahlten die Mobilfunkanbieter Vodafone, O2, E-Plus und Telekom damals, um deutschen Handynutzern die neuen Tarife anbieten zu können. Zum Vergleich: Die Versteigerung der 5G-Lizenzen kostete die Anbieter lediglich 6,6 Milliarden Euro.

Doch obwohl das 3G-Netz auch wegen dessen Nachfolger 4G (LTE) in die Jahre gekommen ist, nutzen Millionen Deutscher nach wie vor Mobilfunktarife, mit denen sie ausschließlich mit UMTS im Netz surfen können. Das betrifft vor allem die Tarife der sogenannten Discounter-Anbieter, etwa Congstar, Aldi Talk oder Klarmobil, die nicht über eigene Netze verfügen, sondern die Frequenzen von Telekom, Telefonica und Vodafone mitnutzen.

Um nun Frequenzbereiche für den kommenden Mobilfunkstandard 5G freizuräumen, setzen die Netzbetreiber auf die Einstellung der 3G-Netze.

Das Ende der Ära 3G

Dass die Netzbetreiber 3G zugunsten von 5G einstellen, gilt lange als sicher. Vodafone machte das kürzlich in einer Pressemitteilung auch offiziell und schreibt: „Bei Vodafone Deutschland planen wir, die 3G-Technologie am 30. Juni 2021 in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken. Danach ist endlich Platz für noch mehr Netz für alle.“ Auch Telefonica (O2) sagte kürzlich gegenüber dem Fachmagazin PC Welt: „Langfristig wird sich der Datenverkehr auf LTE und 5G konzentrieren. Unsere Pläne sehen daher vor, das 3G-Netz nicht später als 2022 abzuschalten.“ Ähnlich sieht das auch die Telekom, die gegenüber PC Welt sagt: „Einen genauen Abschalttermin können wir heute noch nicht nennen, bis spätestens Ende 2021 wollen wir jedoch das bisher für 3G verwendete Frequenzspektrum dann komplett für die leistungsfähigeren Technologien verwenden und 3G endgültig abschalten.“

Die 3G-Tarife der günstigen Anbieter werden auch nach der Abschaltung weiterhin das Telefonieren und Schreiben von SMS ermöglichen und dafür schlicht ins 2G-Netz ausweichen. Internetanwendungen sind dann jedoch ein Relikt aus vergangenen Zeiten. Um den Millionen 3G-Nutzern nicht allzu sehr vor den Kopf zu stoßen, geben Vodafone, Telefonica und Co. Aussicht auf kostengünstige Umstellungen. Vodafone schreibt in oben genannter Pressemitteilung etwa, dass „ein sanfter Wechsel ins LTE-Netz“ ermöglicht werden solle. 3G-SIM-Karten würden kostenfrei gegen neue SIM-Karten ausgetauscht und kostengünstige Smartphones angeboten.

Wann und zu welchen Konditionen auch die Discounter-Provider Tarife im 5G-Netz anbieten werden, ist bislang unklar.

Quelle:

Business Insider Deutschland 11 Mai 2020

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